Medikamente ohne Zusatznutzen

Wenn Schmerzen einen plagen, geht man in die Apotheke und besorgt sich hoffentlich das Produkt, was einem am besten hilft. Entdeckt man dabei ein noch nie vorhandenes Produkt, was einem geworben wird, hofft man, dass dieses besser wirkt, als das, was man vorher benutzt hat. Der höhere Preis lässt auch vermuten, dass das neue Medikament besser sein muss als der Vorgänger. Doch nun stellt sich heraus, dass nur ein Drittel aller neuer Medikamente überhaupt einen Zusatznutzen bringen. Der Rest hilft entweder überhaupt nicht besser als der Vorgänger oder nur einigen Patienten.

Eigentlich lautet die Regelung,: „Pharma-Hersteller müssen seit Einführung der Arzneimittelmarktneuordnung (AMNOG) 2011 den Zusatznutzen eines neuen Produktes nachweisen. Den Zusatznutzen bewertet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das höchste Entscheidungsgremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.“, so die Huffingtonpost.  Allerdings wird ein ganzes Jahr nach Markteinführung überprüft, ob ein zusätzlicher Nutzen vorhanden ist. Bis dahin, kann der Preis vom Anbieter frei gewählt werden. So geschieht es oft, dass ein Patienten für neue Medikamente viel zahlen muss. Oft bleibt allerdings auch nach einem Jahr Prüfung unklar, ob es einen Zusatznutzen gibt, da die nötigen Studien fehlen. Deshalb wird das Präparat auch ohne nachgewiesenen zusätzlichen Nutzen weiterhin angeboten.

vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer erklärte, Arzneimittel, die mit “kein Zusatznutzen” bewertet würden, “sind im Vergleich mit bestehenden Therapien aber mindestens gleichwertig. Sonst hätten sie gar keine Zulassung bekommen. Sie haben also einen Nutzen und für manche Patienten sind sie eine notwendige Alternative in der Behandlung”. Damit die Anbieter die Preise für die überteuerten Präparate senken, war eine Reform notwendig. Diese zieht sich schon seit fünf Jahren. Innerhalb dieses Zeitraums sollten pro Jahr zwei Milliarden eingespart werden. Gespart wurden allerdings nur durchschnittlich 500 Millionen pro Jahr.