Münzgeld: Zu hoher Kostenfaktor für die Banken

In den Zeiten kaum vorhandener Zinsen wird die Bearbeitung von Münzgeld für viele Banken zum hohen Kostenfaktor. Deshalb geht die Sparda-Bank in Hannover einen radikalen Schritt.


Für große Verärgerung ihrer Kunden sorgte nun die Sparda-Bank in Hannover. Nur noch zwei der 25 Filialen nehmen Münzgeldeinzahlungen an. Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte die radikale Neuerung, weil Münzgeld für die 220.000 Privatkunden „eine immer kleinere Rolle spielen würde“. Demnach mache das Hartgeld nur ein Prozent der 2016 eingezahlten Beträge aus.


Dass Münzgeld so unattraktiv für die Geldinstitute geworden ist, liegt auch an einer EU-Verordnung, die seit 2015 verpflichtend ist. Die Banken müssen auch Münzen mit teuren Geräten auf Fälschungen prüfen. Deshalb erheben einige Banken Gebühren für die Münzeinzahlung. Anabel Oelmann vom Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen kritisiert die Verweigerung der Sparda-Bank, Münzgeld anzunehmen:
Ob als Schein oder als Münze – es muss mein Recht als Verbraucher sein, es zur Bank bringen zu können!“