Wie schafft man es an die Karrierespitze?

Wenn jemand die Spitze des Karriereleiters erreicht, wird dies fast immer dem Fleiß und harter Arbeit zugeschrieben. Er hat studiert, arbeitete täglich mit Überstunden, hatte keinen Urlaub, so ungefähr hört sich das dann an, wenn ein neuer CEO in einem riesigen Konzern neu eingestellt wird. Er bringt das Unternehmen dann zum Erfolg, weil er am Besten weiß, wie. Er kann die Situation und die Folgen kontrollieren. Doch viele Wissenschaftler sind sich einig, nicht nur das Kontrollierbare bringt Erfolg, sondern der Zufall und äußeren Rahmenbedingungen. Nur wird kein Chef oder Manager dies zugeben wollen. 

„Manager leiden unter einer Illusion“, sagt Forscher Liu (Warwick-Universität), „sie halten die Welt für kontrollierbarer und vorhersehbarer, als sie wirklich ist.“ Diese Attitüde führt zu Selbstüberschätzung – und teuren Fehlentscheidungen. Es finden langwierige Bewerbungsprozesse statt, um den perfekten Manager zu finden. Allerdings wird wahrscheinlich nicht der ausgesuchte Manager das Unternehmen zum Erfolg bringen, sondern die zufälligen Rahmenbedingungen. Die WiWo nennt zum Beispiel: „Vielleicht macht eine Änderung des Wechselkurses die geplante Übernahme eines ausländischen Zulieferers plötzlich billiger; oder bei einem Konkurrenten kommt es zu einem Skandal, der die Kunden automatisch zum anderen Unternehmen treibt.“


Um zu verstehen, warum nicht immer nur Fleiß eine Rolle spielt, zeigt diese Überlegung: Es gibt viele Menschen, die viel arbeiten und sich viel engagieren, aber nicht jeder von ihnen erreicht die Spitze. Wer es doch ganz oben schafft, sollte zugeben, dass es auch am Glück lag.  Viele Studien legen offen, wer zugibt, dass einiges auch dem Zufall zu verdanken ist, lebt glücklicher und hat weniger Krankheiten. Das heißt nicht, dass alles im Leben nur durch Glück geschieht. Man muss sich sein Glück erstmal verdienen. „Je härter ich trainiere“, sagte der ehemalige südafrikanische Profigolfer, „desto mehr Glück habe ich.“