Wer prüft eigentlich die KI, mit der Du arbeitest? AI NEWS vom 30. Oktober bis 6. November 2026

Ausgedruckte Seiten auf einem Besprechungstisch, mehrere Zeilen mit schwarzem Marker geschwärzt, daneben ein offener Marker; links der Schriftzug AI NEWS 30.10 – 06.11.2026

OpenAI und Google geben diese Woche neue Funktionen frei, auch für Konten ohne Abo. Mit den Folgen von KI befassen sich derweil Gerichte und Sicherheitsforscher, und Anthropic, der Hersteller von Claude, schreibt Anlegern selbst, dass es mit der Prüfung seiner neuen Modelle womöglich nicht hinterherkommt.

Schon zum Ausprobieren

GIFs in ChatGPT, jeder Tarif. ChatGPT erstellt jetzt animierte GIFs in Endlosschleife, aus einer Beschreibung oder einem Foto. Das Tempo stellst Du direkt im Chat ein, einzelne Bilder lassen sich nachbearbeiten. Die Funktion wird nach und nach in allen Tarifen freigeschaltet, auch im kostenlosen. Es genügt ein Satz wie „Erstelle ein animiertes GIF: …“.

Im Test war ein GIF mit einer Brötchentüte auf einer Bäckertheke nach etwa 40 Sekunden fertig: neun Bilder, Tempo einstellbar von 0,25- bis 2-fach. Die Bewegung ist dezent, nur der Dampf über der Tüte steigt auf.

Videoclips in Google Vids. Google Vids, der Video-Editor von Google, erstellt mit dem neuen Modell Omni 1.2 Flash jetzt KI-Clips von bis zu 15 Sekunden, bisher waren es 10. Einen fertigen Clip ändert das Modell Schritt für Schritt, ohne von vorn anzufangen: anderes Produkt, anderer Hintergrund, anderes Licht. Mit jedem Google-Konto sind drei Clips im Monat kostenlos. In der Gemini-App gibt es die 15-Sekunden-Clips vorerst nur im Abo Google AI Ultra.

Wo die Prüfung nicht hinterherkommt

Klagen gegen OpenAI. Seit Ende Oktober sind drei neue Klagen eingegangen. Laut den Klägern hat ChatGPT einer Frau Giftdosen für einen Anschlag auf ihren Mann berechnet, einen 60-jährigen Dänen in Wahnvorstellungen bestärkt, bis er sein Zuhause verlor, und für eine Patientin einen Plan zum Absetzen ihrer Epilepsie-Medikamente ausgearbeitet. Die Frau starb im Februar. Das sind bisher nur Vorwürfe, entschieden hat noch kein Gericht.

Schadsoftware mit KI. Die Sicherheitsforscher von Cisco Talos beschreiben ein Programm namens VOLTA: Es stiehlt auf Windows-Rechnern die im Browser gespeicherten Passwörter und Kreditkartendaten und schickt die Beute dann an Claude. Die KI soll einschätzen, was das Opfer „wert“ ist und wie gut es sich schützt. Lehnt Claude ab, fragt das Programm Kimi und danach Gemini.

Anthropic über das eigene Tempo. Im überarbeiteten Börsenprospekt vom 2. November schreibt Anthropic, es könne mit künftigen Modellen bald eine selbst gesetzte Schwelle erreichen, die es „dramatisch beschleunigten Fortschritt durch KI“ nennt: KI, die die Entwicklung der nächsten KI beschleunigt. Dort steht auch, der Fortschritt könne schneller werden, als das Unternehmen neue Modelle prüfen und absichern kann. Am 5. November schrieb die unabhängige Prüforganisation METR, Anthropic verbessere seine Modelle inzwischen etwa doppelt so schnell wie im Zeitraum von März 2024 bis Oktober 2025. In der öffentlichen Fassung dieses Berichts hat Anthropic mehr als die Hälfte der Belege geschwärzt, die METR für am aussagekräftigsten hielt.

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